Symposien Freitag, 27. 9. 2019

 
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Saal von Graefe 08:30 - 09:45 27.09.2019
Symposien Fr01
Herausforderungen in der modernen Ophthalmochirurgie – Symposium der DGII
Das Symposium fasst die wichtigsten Neuheiten im Bereich der Katarakt- und Refraktiven Chirurgie zusammen, die anlässlich der DGII-Tagung im Februar 2019 vorgetragen wurden. Es handelt sich für den Zuhörer um ein komprimiertes Update in diesem Fachbereich. Entwicklungen der Intraokularlinsenchirurgie, aber auch der refraktiven Hornhautchirurgie, kurativen Hornhautchirurgie, minimalinvasiven Glaukomchirurgie werden in Übersichtsreferaten vorgestellt und diskutiert.
Burkhard Dick, Klinikdirektor (Bochum)
Gerd Auffarth, Ärztlicher Direktor (Heidelberg)
Christopher Wirbelauer, Chefarzt (Berlin)
Anja Liekfeld, Chefärztin (Potsdam)

Das Spektrum von multifokalen Intraokularlinsen (MF-IOL) hat sich in den letzten Jahren zunehmend vergrößert und damit für den Patienten individualisiert. Dabei liegt für den Ophthalmochirurgen die Herausforderung zunächst in der Kenntnis der Möglichkeiten und Unterschiede, die die zur Verfügung stehenden IOL bieten. Hier geht es auch um die Definition und Abgrenzung von Begrifflichkeiten, wie EDOF („erweiterte Tiefenschärfe“) und Multifokallinsen. Zu der Linsen-abhängigen Funktion stellt im nächsten Schritt das „Matching“ der passenden Linse zum Patienten eine Herausforderung dar. Dabei spielen neben den klinischen auch die sozio-psychologischen Bedingungen eine Rolle. In letzter Konsequenz müssen dann für eine Multifokallinse intra- und postoperativ ideale Bedingungen gewährleistet sein, damit das Prinzip zur Zufriedenheit des Patienten genutzt werden kann. Dazu gehören auch Strategien zur Problemlösung bei postoperativen Beschwerden.

Burkhard Dick, Klinikdirektor (Bochum)
Christopher Wirbelauer, Chefarzt (Berlin)

Bei der Kataraktoperation ist es möglich, weitere Eingriffe zur Behandlung von Glaukom, Hornhaut oder Netzhaut zu kombinieren. Zu unterscheiden sind elektive Eingriffe, die eine Ergänzung der Behandlung bei vorhandener Katarakt sind, wie ein Glaukomstent, eine DMEK oder eine nahtlose Vitrektomie mit Peeling. Dabei ist durch die minimalinvasiven Techniken der Heilungsverlauf von der normalen Kataraktoperation kaum unterschiedlich. In diesen Fällen ist die Herausforderung, möglichst komplikationslos zu operieren, da die Patientenerwartungen entsprechend hoch sind. Die echten Herausforderungen sind Ausgangsituationen mit fortgeschrittener Katarakt (Cataracta matura) ohne Einblick auf die Netzhaut, die bei einer Netzhautablösung oder bei einer perforierenden Keratoplastik unbedingt mit behandelt werden müssen, um einen günstigen Behandlungsverlauf zu ermöglichen. Für den Operateur bedeutet es, auf verschiedenen Gebieten der Mikrochirurgie kompetent zu sein oder mit mehreren Operateuren zur Behandlung der verschiedenen Augenabschnitte zu kooperieren.

Peter Hoffmann (Castrop-Rauxel)

Torische Linsen können potentiell das Ergebnis bei vielen Patienten deutlich verbessern, es gibt jedoch einige Herausforderungen: Screening - Diagnostik - Berechnung - Markierung - Inzision - Ausrichtung - Erfolgskontrolle - Nachsorge. Im Vortrag wird auf die einzelnen Herausforderungen im Detail eingegangen. Besondere Schwerpunkte sind die Diagnostik als Basis des Erfolges sowie die intraoperativen Tricks und die systematische Nachsorge inklusive Planungen von Revisionseingriffen.

Gerd Auffarth, Ärztlicher Direktor (Heidelberg)
Markus Kohlhaas (Dortmund)

Seit fast 20 Jahren wird nun das corneale Crosslinking durchgeführt. Mit der Hornhautvernetzung wird die Stabilität der Hornhaut um 30 % erhöht. Langzeitergebnisse belegen, dass mit dieser einfachen Operation die Progression von Keratektasien gestoppt werden kann. Ein Großteil der Patienten reagiert sogar mit einer leichten Verbesserung der Sehschärfe sowie auch mit einer signifikanten Abnahme der Fehler höherer Ordnung und damit mit einer Zunahme des subjektiven Wohlbefindens und der Lebensqualität. Eine Abrasio über 8 - 9 mm ist nach wie vor zwingend erforderlich. Dank modernerer Geräte kann die Bestrahlungszeit auf 10 Minuten reduziert werden. Die Vernetzung wird ebenfalls zunehmend bei bakteriellen Keratitiden und einschmelzenden Prozessen angewendet.