Symposien Freitag, 27. 9. 2019


 
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Saal 2 16:45 - 18:00 27.09.2019
Symposien Fr23
Moderne Tränenwegchirurgie – Symposium der Sektion DOG-Ophthalmoplastische und rekonstruktive Chirurgie (SORC)
Angeborene oder erworbene Stenosen der ableitenden Tränenwege gehen bei betroffenen Patienten mit stark störender Epiphora und Verschwommensehen einher. Bei der chirurgischen Behandlung postsakkaler Stenosen gilt die externe Dakryozystorhinostomie (DCR) auch 100 Jahre nach ihrer Erstbeschreibung durch den Florentiner Rhinologen Addeo Toti als therapeutisches Maß der Dinge. Allerdings haben in den vergangenen Jahren neben dem endonasalen Zugangsweg insbesondere gering-invasive Alternativansätze wie das Verfahren der Laserdakryoplastik, der Microdrill-Dakryoplastik und der transkanalikulären Laser-DCR in der Therapie von Tränenweg-Obstruktionen an Bedeutung gewonnen.
Ludwig Maximilian Heindl (Köln)
Karl-Heinz Emmerich, Direktor der Augenklinik (Darmstadt)
Friedrich Paulsen (Erlangen)

Erkrankungen der ableitenden Tränenwege spielen nicht nur für Augenärzte und interventionell tätige Radiologen eine Rolle, sondern auch für HNO-Ärzte, welche die ableitenden Tränenwege endonasal konservativ oder chirurgisch therapieren. Der Beitrag gibt, basierend auf dem heutigen Kenntnisstand unter Berücksichtigung eigener Forschungsergebnisse der letzten Jahre sowie klinischer Gesichtspunkte, einen Überblick über das Grundwissen der Tränenwegsanatomie und -physiologie. Dabei fließen funktionelle Aspekte zum Tränentransport sowie embryologische und pathophysiologische Aspekte mit ein.

Jens Heichel (Halle/Saale)

Die Behandlung der konnatalen Dakryostenose folgt einem therapeutischen Stufenkonzept. Allein durch konservative Maßnahmen und einer Sondierung mit Überdruckspülung der ableitenden Tränenwege lassen sich etwa 90 % der Verschlüsse sanieren. Im Falle von komplexen Stenosen (veränderte Anatomie, mehrfache Vorbehandlungen, Fremdkörperverdacht, angeborene Tränensackfistel, präsakkale Stenose, etc.) liefert die Dakryoendoskopie einen wertvollen diagnostischen und therapeutischen Beitrag. Die Häufigkeit kindlicher Dakryozystorhinostomien wird hierdurch reduziert. Die Durchführung der Dakryoendoskopie unter besonderer Berücksichtigung der kindlichen Anatomie wird anhand klinischer Beispiele dargestellt.

Karl-Heinz Emmerich, Direktor der Augenklinik (Darmstadt)

Durch die Einführung der transkanalikulären Mikroendoskopie ist es seit mehr als 20 Jahren möglich, endoskopisch die Ursache und Lokalisation von Tränenwegstenosen zu erkennen. In Abhängigkeit von dem vorliegenden Befund können dann Rekanalisierungen, beispielsweise mit einem Laser (Laser - Dacryoplastik) oder mit einem miniaturisierten Bohrsystem (Mikrodrill - Dacryoplastik) vorgenommen werden. Technik und Ergebnisse dieser Prozeduren werden dargestellt.

Ludwig Maximilian Heindl (Köln)

Mehr als 100 Jahre nach der Erstbeschreibung der externen Dakryozystorhinostomie zur Behandlung absoluter infrasakkaler Tränenwegstenosen durch den Florentiner Rhinologen Addeo Toti gibt es eine vielversprechende, minimal-invasive Alternative zur klassischen offenen Tränenwegsoperation: die transkanalikuläre Laser-gestützte Dakryozystorhinostomie. Unter Verzicht auf einen Hautschnitt und Erhalt des für die physiologische Tränenpumpfunktion essentiellen medialen Lidhalteapparates schafft eine über den unteren Kanalikulus eingeführte Laser-Faser eines 810-nm Diodenlasers einen Bypass zwischen Tränensack und Nase zur Überbrückung absoluter infrasakkaler Tränenwegstenosen.

Konrad Koch (Köln)