Highlights in Translational Science

Forschung ist das Fundament einer zukunfts­fähigen Augenheilkunde. In den vier Sitzungen dieses neuen Formats werden klinische Probleme wie etwa die altersbedingte Makula­degeneration oder das trockene Auge aus verschiedenen Blickwinkeln von Klinikern und Forschern betrachtet, sodass diese sich sinnvoll ergänzen können. In jeder Sitzung wird das jeweils beste Abstract gekürt, gestiftet von der Roche Pharma AG.




 
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Saal 3 10:30 - 11:45 29.09.2019
Symposien So09
Highlights in Translational Science: Ocular Surface Disease
Im Rahmen des Formats "Highlights of Translational Science" werden Grundlagenwissenschaftler nach einleitender klinischer Einordnung aktuelle Forschungsprojekte auch für nicht-Wissenschaftler verständlich darstellen. Es wurden hierfür 3 translational arbeitende Grundlagenwissenschaftler eingeladen. Abschließend wird ein Vortrag die erfolgreiche Translation eines Grundlagenprojekts in die Klinik darstellen. Die Sitzung zielt darauf ab, auch die grundlagenwissenschaftlich tätigen Mitglieder der DOG in die Jahrestagung einzubinden und die Bedeutung ihrer Tätigkeit verständlich und im Kontext von klinischen "unmet-needs" herauszustellen.
Philipp Steven (Köln)
Elisabeth M. Messmer (München)
Elisabeth M. Messmer (München)

Der Dry Eye Workshop (DEWS-) II Report hat aktuelle internationale Leitlinien für die Diagnose und Therapie des Trockenen Auges aufgestellt. Neben Symptomen ist die Tränenfilmstabilität, die Schädigung der Augenoberfläche sowie die Tränenfilm-Osmolarität diagnostisch bedeutsam. Für die Behandlung wurde ein 4 Stufen-Schema erarbeitet, das sämtlichen Schweregraden und Formen (Tränenmangel, Meibomdrüsendysfunktion, Mischformen) des Trockenen Auges gerecht wird. Die Highlights des DEWS II bezüglich Diagnose und Therapie werden vorgestellt.

Susanna König (München)

Die Tränenfilmosmolarität ist ein wichtiger Parameter für eine gesunde Augenoberfläche und hilft in der Unterscheidung einer Keratokonjunktivitis sicca und anderen Oberflächenerkrankungen. Sie gilt als wichtiges diagnostisches Zeichen eines Trockenen Auges und als effektivster singulärer diagnostischer Parameter. Neue Möglichkeiten zur Messung werden diskutiert.

Uta Gehlsen (Köln)

Das Endocannabinoidsystem (ECS) spielt eine ubiquitäre Rolle bei Entzündung, Schmerz und Wundheilung, die zudem Schlüsselmechanismen des Trockenen Auges darstellen. Die Expression von Cannabinoidrezeptoren wurde in muriner Kornea, Konjunktiva und Tränendrüse nachgewiesen. Eine Formulierung lipophiler Cannabinoidrezeptorliganden in semifluorierten Alkanen ermöglichte erstmals die topische Anwendung im Trockene Augen Mausmodell. THC/F4H5 behandelte Tiere zeigten eine Verbesserung von kornealem Staining und Tränenmenge sowie eine höhere Nervenfaserdichte in der Kornea. Dies unterstreicht das Potenzial des ECS als therapeutisches Target zur Behandlung von Entzündung, Schmerz und Wundheilung beim Trockenen Auge.

Sonja Mertsch (Oldenburg)

Die neurotrophe Keratopathie (NK) ist eine degenerative Hornhauterkrankung, welche aus einer verminderten Innervation der Kornea resultiert und bei schweren Formen zur Erblindung führen kann. Bislang gibt es mit Cenegermin eine einzige, sehr kostenintensive kausale Behandlungsmöglichkeit. Der Bedarf an weiteren Therapeutika ist daher groß. In diesem Beitrag wird das Potential eines neu entwickelten in vitro 3D-Modells der Nervenregeneration im direkten Vergleich mit einem in vivo Modell dargestellt und erste Ergebnisse zu einem neuroregenerativen Faktor als mögliche neue kausale Behandlungsmöglichkeit vorgestellt.

Philipp Steven (Köln)

Semifluorierte Alkane gehören zu einer innovativen neuen Behandlungsgruppe zur Therapie des Trockenen Auges. Im Vortrag wird der translationale Weg von Labortests über klinische Studien bis hin zur Markteinführung dieser wasserfreien topischen Therapie dargestellt und Möglichkeiten zur Nutzung der Substanzklasse als Drug-delivery System beschrieben.