Aurel-von-Szily Lecture 2019

Prof. C. Stephen Foster schloss das Humanmedizinstudium 1969 an der Duke Universität ab. Nach einer Weiterbildung in Innerer Medizin an der Duke Universität und am NIH in Bethesda (Maryland) und einer Lehrtätigkeit am George Washington Universität Hospital in Washington schloss sich eine ophthalmologische Weiterbildung an der Universität in Washington (Barnes Hospital, St Louis) an. Nachfolgend absolvierte er zwei Fellowship Trainingsprogramme in Cornea and External Disease sowie Ocular Immunology an der Universität in Boston Massachusetts. Im Jahr 1977 wurde er in die Fakultät an der Harvard Medical School als Mitglied des Cornea Service und Direktor des Assistenten Ausbildungsprogramms an der Massachusetts Eye and Ear Infirmary aufgenommen. Seitdem hat er ununterbrochen unter Förderung des NIH seine Forschungsarbeiten verfolgt. Nach 30-jähriger Tätigkeit am Massachusetts Eye and Ear Infirmary ist er seither unermüdlich in privater Praxis und Forschungseinrichtung – dem Massachusetts Eye Research and Surgery Institution (MERSI) – tätig und gründete zum Zwecke der Forschung die „Ocular Immunology and Uveitis Foundation“. Als klinischer Professor für Ophthalmologie an der Harvard Medical School unterrichtet er in seiner Einrichtung bis heute Menschen aus der ganzen Welt über Augenentzündungen. Sein Ehrenvortrag behandelt die Risikofaktoren für einen Visusverlust und den Prädiaktoren für das Langzeitergebnis bei Patienten mit nichtinfektiöser Uveitis befassen.

 
engl
Saal 1 16:45 - 18:00 28.09.2019
Symposien Sa26
Current Treatment Approaches for Non-Infectious Uveitis – Symposium der Sektion DOG-Uveitis
Uveitis comprises a heterogeneous group of infectious and non-infectious intraocular inflammations. High inflammatory activity and chronic course of inflammation are often associated with inflammation-related complications, visual deterioration, and quality of life impairment. Risk factors for visual course and predictors for long-term outcome determine use and selection among the therapeutic options. The symposium - which includes the Aurel of Szily Lecture (by this year's award winner Prof C. Stephen Foster from Boston) - will evaluate the current use of conventional synthetic - and biological disease-modifying anti-rheumatic drugs (DMARDs) in non-infectious uveitis in adults and children.
Arnd Heiligenhaus (Münster)
Christoph Deuter (Tübingen)
C. Stephen Foster (Boston)

Macular edema, glaucomatous optic neuropathy and cataract are the main causes of diminished vision in patients with uveitis. The risk factors for these complications of uveitis are: duration of the uveitis, severity of the uveitis, chronic use of corticosteroid therapy, failure to induce durable steroid-free remission. Early employment of systemic medications capable of inducing regulatory T lymphocytes is the main key to cure, with long term outcomes with preserved vision off all medications.

Christoph Deuter (Tübingen)
Stephan Thurau (München)
Arnd Heiligenhaus (Münster)

JIAU is commonly accompanied by the development of complications and visual loss. In patients not responding to topical corticosteroids, DMARDs are applied. Methotrexate is preferred initially, with systemic corticosteroids for bridging until the DMARD takes effect. Subsequently, a TNFalpha antibody (preferably adalimumab) is applied, and in very severe active uveitis another biological (tocilizumab, abatacept or rituximab). Before de-escalation of DMARDs, a period of ≥2 years of uveitis inactivity is anticipated.

Aurel von Szily war von 1905 bis 1924 an der Freiburger Universitätsklinik beschäftigt und wurde dort 1913 zum außerordentlichen Professor ernannt. Nach seinen Einsätzen in Kriegslazaretten während des ersten Weltkriegs veröffentlichte er 1918 den Atlas der Kriegsaugenheilkunde. Er erhielt das Badische Kriegsverdienstkreuz und das Eiserne Kreuz II. Klasse. 1924 wechselte er als ordentlicher Professor nach Münster an die neugegründete Augenklinik, der er einen internationalen Ruf verschaffte. Für sein Lebenswerk wurde er 1925 mit dem Von-Graefe-Preis geehrt.

Mit seinen Tierversuchen zur Erklärung der sympathischen Ophthalmie und dem daraus hervorgehenden „von Szily-Modell“ erlangte Aurel von Szily internationale Bekanntheit. Immer wieder befasste er sich mit neuen Problemen der augenärztlichen Diagnostik und Therapie: Neben den immunologisch hervorgerufenen Augenkrankheiten beschäftigten ihn auch die angeborenen Fehlbildungen des Auges, die Anatomie des vorderen Augenabschnitts und die Entstehung von Linsentrübungen. Er entwickelte zudem eine Darstellung der abführenden Tränenwege mit einer neuen, von ihm erprobten Technik und eine neue Methode zur Behandlung von Netzhautablösungen.

Von Szily kehrte 1939 in seine Heimatstadt Budapest zurück, nachdem die Nationalsozialisten ihn 1935 vom Münsteraner Lehrstuhl vertrieben. Man entzog ihm außerdem die deutsche Staatsbürgerschaft sowie die Schriftleitung der „Klinischen Monatsblätter für Augenheilkunde. Zu den wichtigsten Arbeiten von Szilys gehörte die „Vergleichende Morphogenese und Morphographie der Papilla nervi optici“, die leider unvollendet blieb.