Aurel-von-Szily Lecture 2019

Prof. C. Stephen Foster schloss das Humanmedizinstudium 1969 an der Duke Universität ab. Nach einer Weiterbildung in Innerer Medizin an der Duke Universität und am NIH in Bethesda (Maryland) und einer Lehrtätigkeit am George Washington Universität Hospital in Washington schloss sich eine ophthalmologische Weiterbildung an der Universität in Washington (Barnes Hospital, St Louis) an. Nachfolgend absolvierte er zwei Fellowship Trainingsprogramme in Cornea and External Disease sowie Ocular Immunology an der Universität in Boston Massachusetts. Im Jahr 1977 wurde er in die Fakultät an der Harvard Medical School als Mitglied des Cornea Service und Direktor des Assistenten Ausbildungsprogramms an der Massachusetts Eye and Ear Infirmary aufgenommen. Seitdem hat er ununterbrochen unter Förderung des NIH seine Forschungsarbeiten verfolgt. Nach 30-jähriger Tätigkeit am Massachusetts Eye and Ear Infirmary ist er seither unermüdlich in privater Praxis und Forschungseinrichtung – dem Massachusetts Eye Research and Surgery Institution (MERSI) – tätig und gründete zum Zwecke der Forschung die „Ocular Immunology and Uveitis Foundation“. Als klinischer Professor für Ophthalmologie an der Harvard Medical School unterrichtet er in seiner Einrichtung bis heute Menschen aus der ganzen Welt über Augenentzündungen. Sein Ehrenvortrag behandelt die Risikofaktoren für einen Visusverlust und den Prädiaktoren für das Langzeitergebnis bei Patienten mit nichtinfektiöser Uveitis befassen.

 
engl
Saal 1 16:45 - 18:00 28.09.2019
Symposien Sa26
Current Treatment Approaches for Non-Infectious Uveitis – Symposium der Sektion DOG-Uveitis

Aurel von Szily war von 1905 bis 1924 an der Freiburger Universitätsklinik beschäftigt und wurde dort 1913 zum außerordentlichen Professor ernannt. Nach seinen Einsätzen in Kriegslazaretten während des ersten Weltkriegs veröffentlichte er 1918 den Atlas der Kriegsaugenheilkunde. Er erhielt das Badische Kriegsverdienstkreuz und das Eiserne Kreuz II. Klasse. 1924 wechselte er als ordentlicher Professor nach Münster an die neugegründete Augenklinik, der er einen internationalen Ruf verschaffte. Für sein Lebenswerk wurde er 1925 mit dem Von-Graefe-Preis geehrt.

Mit seinen Tierversuchen zur Erklärung der sympathischen Ophthalmie und dem daraus hervorgehenden „von Szily-Modell“ erlangte Aurel von Szily internationale Bekanntheit. Immer wieder befasste er sich mit neuen Problemen der augenärztlichen Diagnostik und Therapie: Neben den immunologisch hervorgerufenen Augenkrankheiten beschäftigten ihn auch die angeborenen Fehlbildungen des Auges, die Anatomie des vorderen Augenabschnitts und die Entstehung von Linsentrübungen. Er entwickelte zudem eine Darstellung der abführenden Tränenwege mit einer neuen, von ihm erprobten Technik und eine neue Methode zur Behandlung von Netzhautablösungen.

Von Szily kehrte 1939 in seine Heimatstadt Budapest zurück, nachdem die Nationalsozialisten ihn 1935 vom Münsteraner Lehrstuhl vertrieben. Man entzog ihm außerdem die deutsche Staatsbürgerschaft sowie die Schriftleitung der „Klinischen Monatsblätter für Augenheilkunde. Zu den wichtigsten Arbeiten von Szilys gehörte die „Vergleichende Morphogenese und Morphographie der Papilla nervi optici“, die leider unvollendet blieb.