Elfriede-Aulhorn-Vorlesung – persönliche perimetrische Perlen

Zum dritten Mal wird eine Persönlichkeit, die sich um die Neuroophthalmologie in den deutschsprachigen Ländern verdient gemacht hat, mit der Elfriede-Aulhorn-Vorlesung geehrt. In diesem Jahr erhält Professor Dr. Klara Landau, Zürich, die Auszeichnung. 

Wie der Titel „Persönliche perimetrische Perlen“ vermuten lässt, wird Klara Landau eine Sammlung interessanter Fälle vorstellen, bei denen die Untersuchung des Gesichtsfeldes entscheidende diagnostische Hinweise lieferte. Passend zum Thema des diesjährigen Symposiums: «Mein lehrreichster neuroophthalmologischer Fall» kann von jeder präsentierten Kasuistik eine Lehre für den klinischen Alltag gezogen werden. In der Neuro-Ophthalmologie ist der Weg zur korrekten Diagnose gelegentlich sehr schwierig (und damit auch spannend), wobei am Anfang jeweils die entscheidende Frage nach dem Ort der Läsion steht. Die Perimetrie – sofern kompetent durchgeführt und richtig interpretiert – liefert Hinweise darauf, wo im Verlauf der Sehbahn zwischen der Netzhaut bis zur Sehrinde die Ursache der Beschwerden liegt. In den Jahrzehnten ihrer Tätigkeit als Neuro-Ophthalmologin konnte Klara Landau einige lehrreiche perimetrische Perlen sammeln, die sie zu Ehren von Elfriede Aulhorn und deren Zeitgenossen und Verehrer, Professor William F. Hoyt, präsentiert.

Professor Dr. med. Klara Landau war von 2005 bis 2018 Direktorin der Augenklinik des Universitätsspitals Zürich, Schweiz. Sie spezialisierte sich unter anderem in Israel und den USA auf Ophthalmologie mit Schwerpunkt Neuro-Ophthalmologie, Strabismus und Kinderophthalmologie. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen ophthalmologische Manifestationen der Neurofibromatose, die ischämische Optikusneuropathie, die Korrelation zwischen Perimetrie und Bildgebung in der Sehbahn und die Anwendung moderner okulomotorischer Verfahren in der Strabologie. Ein besonderes Arbeitsgebiet war die High-Altitude-Ophthalmologie. Seit August 2018 ist Klara Landau am Universitätsspital Zürich Delegierte für Weiterbildung und Gleichstellung. Sie nimmt viele Ehrenämter wahr, unter anderem ist sie Vorsitzende des Vereins Licht für die Welt, der sich um Blinde und Sehbehinderte in Armutsgebieten kümmert.

 
dt
Saal 1 08:30 - 09:45 28.09.2019
Symposien Sa04
Mein lehrreichster neuroophthalmologischer Fall + Elfriede-Aulhorn-Vorlesung – Symposium der Sektion DOG-Neuro-Ophthalmologie
Neuroophthalmologie lebt von interessanten Fällen. Anamnestische Feinheiten und Fallstricke, Spurenbefunde und Irrwege bestimmen oft den mühsamen Weg zur Diagnose. In diesem Symposium werden erfahrene Neuroophthalmologinnen/Neuroophthalmologen den Fall vorstellen, bei dem sie am meisten dazu gelernt haben. Zudem stellt dieses Symposium den Rahmen für die zweijährliche Elfriede-Aulhorn-Vorlesung dar. Mit dieser Vorlesung wird eine Person geehrt, die sich mit ihrem Lebenswerk um die Neuroophthalmologie in den deutschsprachigen Ländern besonders verdient gemacht hat.
Helmut Wilhelm (Tübingen)
Klaus Rüther (Berlin)
Wolf Lagrèze (Freiburg)

In der pädiatrischen Neuroophthalmologie ist die Differenzialdiagnose von Stauungspapille und Pseudostauungspapille eine häufige und schwierige klinische Situation. Fehler oder Zeitverzögerungen können fatale Konsequenzen haben. Anhand zweier Fälle sowie der aktuellen Literatur wird dieser Sachverhalt systematisch aufgearbeitet.

Birgit Lorenz, Klinikdirektorin (Gießen)

Bei einer inzwischen 45jährigen Patientin wurde im Alter von 16 Jahren aufgrund einer positiven Familienanamnese für MS und rezidivierenden Kopfschmerzen und halbseitigen Sensibilitätsstörungen ebenfalls eine MS diagnostiziert. Im Alter von 27 Jahren wurde erstmals eine Retrobulbärneuritis diagnostiziert mit über Jahre schwankenden Visuswerten um 0,4 Snellen, jedoch ohne Ansprechen auf Kortikosteroide. Mit 45 Jahren wurden mit SD-OCT Veränderungen in der äußeren Netzhaut erkannt und die anschließende Molekulargenetik deckte eine überraschende Diagnose auf.

Ulrike Grenzebach (Münster)

80 % aller unklaren Visusminderungen im Kindesalter sind funktioneller Natur. Im Falle eines regelrechten organmorphologischen Befundes können weiterführende Funktionsteste seltene Erkrankungen in der Regel ausschließen. Anhand eines eindrucksvollen Fallbeispiels wird die Diagnose unter Einsatz moderner diagnostischer Verfahren gestellt und es werden die in Frage kommenden Differenzialdiagnosen erörtert.

Klara Landau (Zürich)

Wie der Titel vermuten lässt, wird zu Ehren von Elfriede Aulhorn, Pionierin der Perimetrie-Kunst, eine Sammlung interessanter Kasuistiken vorgestellt, bei denen die Untersuchung des Gesichtsfeldes entscheidende diagnostische Hinweise lieferte. Die Kenntnisse über die retinotopische Organisation der Sehbahn und deren Anwendung in der klinischen Praxis sind der Fokus des Vortrags.

Elfriede Aulhorn (1923 bis 1991) war die erste Ordinaria für Augenheilkunde in Deutschland und begründete in Tübingen maßgeblich die moderne Neuroophthalmologie.

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