Neues zum Keratokonus: Pathogenese, Diagnostik, Therapie – Keynote Lecture

Keratokonus ist die häufigste ektatische Hornhauterkrankung, die unbehandelt zu massiven Sehschäden und Erblindung führen kann. Über Ursachen und Entstehung der Erkrankung ist bis heute wenig bekannt. Ein neu entdeckter Biomarker verspricht Einblicke in die Pathogenese. Auf der DOG 2019 wird Prof. Dr. Jesper Hjortdal darüber berichten.

Neue Untersuchungen zeigen, dass metabolischer Stress eine Schlüsselrolle bei der Entstehung des Keratokonus spielt, ebenso wie ein Ungleichgewicht zwischen entzündlichen und anti-entzündlichen Cytokinen, eine Zunahme an Proteasen oder eine Abnahme der Proteinase-Hemmer. Zu den vielversprechenden neuen diagnostischen Möglichkeiten zählt der Biomarker Prolaktin-induziertes Protein (PIP). In der Therapie beweist sich das Crosslinking-Verfahren, das seit 2018 von den deutschen Krankenkassen vergütet wird, als effektiver Behandlungsansatz. Die Langzeitergebnisse der sogenannten Hornhautvernetzung bleiben allerdings noch abzuwarten.

Prof. Dr. Jesper Hjortdal leitet die Klinik für Hornhaut- und refraktive Chirurgie am Universitätsklinikum Aarhus in Dänemark. Seit 2009 ist er Direktor der Dänischen Hornhautbank. Bis heute hat er mehr als 130 Originalarbeiten auf seinem Fachgebiet veröffentlicht.