Gesundheitspolitische Sitzungen – Versorgung und Versorgungsforschung

Die Bevölkerung in Deutschland wird immer älter und stellt die Ophthalmologie vor große Herausforderungen. Der diesjährige Kongress beschäftigt sich in fünf Symposien mit der Versorgungsforschung, mit zukünftigen Aspekten der ambulanten und stationären Versorgung und dem Stellenwert protokollgestützter Register im Zeitalter von „Big Data“.

Ophthalmologische Versorgung in Deutschland: Wo stehen wir?

Der Stellenwert ophthalmologischer Versorgungsforschung nimmt sowohl durch die zunehmende Alterung der Bevölkerung als auch den gesundheitspolitischen Fokus weiter zu. Auch die wirksamsten Therapien nützen nichts, wenn kein Zugang hierzu besteht, sie in der Routineversorgung nicht umgesetzt werden oder für die Betroffenen nicht durchführbar sind. Daher ist die Beforschung von versorgungsrelevanten Themen wie dem steigenden Bedarf und der Umsetzung von Evidenz und Therapieadhärenz zunehmend wichtiger. In diesem Symposium werden verschiedene Herangehensweisen der Versorgungsforschung vorgestellt und deren Chancen und Grenzen aufgezeigt. Erste Ergebnisse zur Therapieadhärenz in Deutschland und deren beeinflussende Faktoren werden vorgestellt. Diese werden sowohl für Wissenschaftler als auch Kliniker gut zugänglich und praxisrelevant präsentiert. Herausgegriffen werden dabei Therapien zum Glaukom und der neo-vaskulären AMD. Derzeit bestehende Hürden in der ophthalmologischen Versorgung sollen exemplarisch an der Versorgung im Seniorenheim aufgezeigt werden.

Die Zukunft der ambulanten und stationären Versorgung in der Augenheilkunde

Aktuelle und zukünftige Aspekte der ambulanten und stationären Versorgung in der Augenheilkunde werden diskutiert. Der Fokus liegt dabei auf der Verzahnung ambulanter und stationärer Versorgung in der Augenheilkunde und der Investorengetriebenen Medizin.

Versorgungsforschung im Zeitalter von „Big-Data“: Brauchen wir noch protokollgestützte Forschung?

Im Zeitalter von „Big Data“ wird oftmals postuliert, dass die Versorgungsrealitäten am genauesten über die Sekundärnutzung von Behandlungsdaten zu erforschen sind. Dies könnte bedeuten, dass kostenintensive protokollgestützte Register oder Kohortenstudien als obsolet anzusehen sind. In diesem Symposium werden die Möglichkeiten und Grenzen von „Big Data“ und „klassischer“ Versorgungsforschung diskutiert.

In diesem Jahr sind das unter anderem folgende Sitzungen:

 
dt/engl
Saal Donders 15:00 - 16:15 27.09.2019
Freie Vortragssitzung Fr16
Versorgungsforschung // Health Care Research
Alexander Schuster (Mainz)
Christian Wolfram (Hamburg)
Bernd Bertram (Aachen)
Fragestellung: In verschiedenen Regionen Deutschlands ist die Erblindungsinzidenz insgesamt und der drei häufigsten Erblindungsursachen (AMD, Glaukom, diabetische Retinopathie) in den 1990er und 2000er Jahren deutlich zurückgegangen. Das Ziel dieser Studie ist die Untersuchung der zeitlichen Entwicklung der gesamten sowie der ursachenspezifischen Erblindungsinzidenz in Sachsen zwischen 2009 und 2016. Methodik: Die Datenbasis lieferten überörtliche Träger der Sozialhilfe, die zentralisiert in Sachsen für den Zeitraum 1.1.2009 bis 31.12.2016 alle neuen Blindengeldempfänger erfassten. Für jedes Jahr schätzten wir nach Alter und Geschlecht standardisierte Inzidenzraten mit der gesamtdeutschen Bevölkerung aus dem Jahr 2012 als Standardpopulation. Darüber hinaus untersuchten wir die zeitliche Entwicklung mit nach Alter und Geschlecht adjustierten Poisson-Regressionsmodellen. Ergebnisse: Zwischen 2009 und 2016 wurden insgesamt 4.657 neue Erblindungen identifiziert, welche überwiegend über 80 Jahre (60,1%) und weiblich (63,6%) waren. Die gesamte Erblindungsinzidenz ist signifikant von 16,1 (95% KI: 14,8-17,3) pro 100.000 Personenjahren in 2009 auf 10,4 in 2016 gesunken, was einer durchschnittlichen Reduktion von 7% pro Jahr entsprach (p Wert Poisson-Modell: < 0.001). Dieser Rückgang wurde ebenfalls für die häufigsten Erblindungsursachen beobachtet: AMD 2009: 7,1 (6,3-8,0), 2016: 4,7 (4,1-5,3); Glaukom 2009: 2,7 (2,2-3,2), 2016: 1,6 (1,3-2,0); diabetische Retinopathie 2009: 1,5 (1,2-1,9), 2016: 0,9 (0,6-1,2); Katarakt 2009: 0,5 (0,4-0,8), 2016: 0,2 (0,1-0,4); Myopie 2009: 0,8 (0,5-1,1), 2016: 0,4 (0,3-0,7); Optikusatrophie 2009: 0,9 (0,6-1,2), 2016: 0,4 (0,2-0,6); p-Wert Poisson Modell jeweils < 0,01). Im Gegensatz dazu blieb die Inzidenz nahezu unverändert (nicht signifikant) für die Erblindungsursachen Gefäßverschlüsse (2009: 0,4 (0,3-0,7), 2016: 0,3 (0,2-0,5)), Netzhautdystrophie (2009: 0,4 (0,3-0,7), 2016: 0,6 (0,4-0,9)) und sonstige Ursache (2009: 1,2 (0,9-1,6), 2016: 1,2 (0,9-1,5)). Die Erblindungsinzidenz nahm außer für die Netzhautdystrophie bei allen Erblindungsursachen deutlich mit dem Alter zu mit dem stärksten Anstieg bei der AMD. Die Ergebnisse waren bei Männern und Frauen sehr ähnlich. Schlussfolgerungen: Trotz der zunehmenden Alterung der Bevölkerung nahm in Sachsen die Erblindungsinzidenz bei allen häufigen Erblindungsursachen in der letzten Dekade ab. Eine Erklärung dafür könnte die bessere Diagnostik und Therapie in der Augenheilkunde sein.
Ameli Gabel-Pfisterer (Potsdam)
Hintergrund: Zum dritten Mal in Folge wurden zum Jahreswechsel 2018/19 deutschlandweit anonymisierte Daten zu Augenverletzungen durch Feuerwerkskörper erhoben. Ziel ist es eine Datenbasis zu schaffen, über die Veränderungen im Nutzerverhalten, der Häufigkeit, Schwere dieser Verletzungen in verschiedenen Personengruppen und die notwendige Therapie festgestellt werden können. Methoden: Ein webbasiertes, standardisiertes online-Formular wurde allen bettenführenden notdienstleistenden Augenkliniken in Deutschland zur Verfügung gestellt. Erfragt wurden das Patientenalter, die Seitigkeit, Art und Schwere der Verletzung, das therapeutische Vorgehen sowie das Auftreten von Begleitverletzungen an Händen und im Gesicht. Alle Angaben waren optional. Ergebnisse: Die Beteiligung konnte von 2016 bis 2019 von 41 auf 51 Augenkliniken gesteigert werden. Von 1386 Patienten waren knapp 40 % (33-39 %) minderjährig und rund 60 % 25 Jahre oder jünger. Rund 60 % der Verletzten gaben an, als Zuschauer oder Passant oder in einer unklaren Situation verletzt worden zu sein. Kinder wurden vorwiegend durch Knallkörper, Erwachsene vor allem durch Raketen verletzt. Ein Viertel der Verletzungen waren schwer und erforderten eine stationäre Therapie. Bei 80 % der Patienten, die mit einer Kontusion stationär behandelt wurden lagen zusätzliche Lid-, Bindehaut- oder Hornhautverletzungen vor. Begleitverletzungen am Partnerauge, Händen und Gesicht waren bei Minderjährigen häufiger als bei Erwachsenen. Bulbusrupturen wurden bei 10 Kindern und 38 Erwachsenen dokumentiert. Schlussfolgerungen: Mit dieser Umfrage konnte gezeigt werden, dass über drei Jahre ein gleichbleibend hoher Anteil von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen und von Zuschauern und Passanten von Feuerwerksverletzungen betroffen ist. Maßnahmen wie Information über geeignete Schutzmaßnahmen und Restriktionen in der Abgabe von Feuerwerkskörpern an Privatpersonen sollten diskutiert werden.
Christina Jacobsen (Hannover)
Hintergrund: In den Medien wird über die erhöhte Gewaltbereitschaft von Patienten sowie Angehörigen gegenüber Ärzten und nicht-ärztlichem Personal in Praxen und Krankenhäusern berichtet. Bislang wurden erst wenige Untersuchungen zu diesem Thema durchgeführt, entsprechend schwach ist die Datenlage. Gerade Augenärzte haben an der Spaltlampe engen Kontakt zum Patienten und sind oft mit Patienten allein. Methodik: Auf Grundlage der Aggressions-Wahrnehmungsskala (POPAS Fragebogen) [1] sowie der Umfrage zu Aggressionen und Gewalt unter Allgemeinmedizinern [2] wurde ein Fragebogen entwickelt. Im Herbst 2018 erhielten alle Mitglieder von DOG und BVA per Mail eine Einladung, um den Fragebogen online auszufüllen. Ergebnisse: Insgesamt nahmen 1.508 Augenärzte (Alter: 49±12 Jahre) an der Befragung teil. 806 (53,7 %) Befragte waren weiblich. 1.139 (75,5 %) Teilnehmer arbeiteten in Praxen. 986 (65 %) Befragte haben in Ausübung ihrer ärztlichen Tätigkeit bereits verbale Übergriffe ohne Drohung erlebt. Der Median lag bei 3 Übergriffen innerhalb von 12 Monaten. Von bedrohlich körperlichen Gewalterfahrungen berichteten 363 (24,1 %) Ärzte. 30 (2 %) Teilnehmer mussten sich aufgrund schwerer körperlicher Gewalt in ärztliche Behandlung begeben. Sexuelle Einschüchterung/Belästigung bejahten 322 (21,4 %) der Befragten, von diesen waren 243 (75,5 %) weiblich. 533 (47,9 %) Ärzte empfanden, dass aggressive/gewalttätige Verhaltensweisen in den letzten 5 Jahren zugenommen haben. 547 (49,1 %) Ärzte beurteilten sie als gleichbleibend. Nur 33 (3 %) Befragte sahen eine Abnahme von diesen. 1.047 (74,8 %) Ärzte gaben an, dass das Assistenzpersonal Aggressionen/Gewalt durch Patienten erfahren habe. Dabei erlebten sie zu 49,7 % verbale Übergriffe und zu 35,7 % aggressives Verhalten. 950 (76,6 %) Befragte hatten den Eindruck, dass das Assistenzpersonal mehr Gewalt als das ärztliche Personal erfahre. Schlussfolgerung: Obwohl zu erwarten ist, dass besonders Ärzte, denen Aggressionen/Gewalt widerfuhr, an der Umfrage teilgenommen haben, weist die hohe Teilnehmeranzahl auf die hohe Relevanz des Themas hin. Die Anzahl der Vorfälle unterstreicht die Bedeutung geeigneter Präventionsmaßnahmen. Referenzen: [1] Oud N. (2000), POPAS Fragebogen, Connecting Partnerschaftsunternehmen für Beratung und Ausbildung, Amsterdam, Niederlande. [2] Vorderwülbecke F., Feistle M., Mehring M. u.a. (2015). Aggression and violence against primary care physicians - a nationwide questionnaire survey. Dtsch. Arztebl. Int., 112, 159-165.
Gurinder Singh (Kansas City)
Introduction: Despite recent reforms in Health Care System in the USA, numerous underprivileged, unemployed and the young cannot afford health care and stay uninsured. Cost/expense make the same population to postpone seeking regular health/ophthalmic care, till they end up with urgent or emergency problems. Emergency Rooms (ER) in USA cannot refuse treatment to anybody walking through the doors. Their problems have to be treated/stabilized before asking for health insurance or payment upfront. Objectives: Exposure of loop-holes in health care system that become economic burden on the hospital ERs. Aims: Economic reforms required in World Health Care system to channelize proper utilization of valuable resources available in ERs. Methods: In ER of Trauma Center Hospital, all walk-in patients were triaged and evaluated for ocular and/or system problems. Initial evaluation by nursing staff was followed by emergency physician. Diagnostic evaluation included regular blood work and/or radiological evaluation by X-Rays or CT-scans. Ophthalmologist on-call was consulted on phone and/or called in for detailed ophthalmic evaluation when needed. Results: Over one year period, about 210 patients were evaluated by one ophthalmologist covering ER call. Three patients had ´Ruptured Globe´ needing surgery, 6 eyes had traumatic Hyphema from falls, soccer-ball injury, and domestic violence. 18 eyes had sub-conjunctival hemorrhage along with orbital wall fractures from auto-accidents or falls in bath-tub.7 patients having recurrent headaches or gradual decreased vision needed fundus/optic nerve evaluation to rule out optic neuritis or papilledema.12 unprotected eyes seen with corneal/conjunctival foreign bodies,corneal abrasions,photo-keratitis.15 eyes had contact lens related corneal ulcers, kerato-conjunctivitis, blurry vision, or unexplained headaches and eye pain. Majority of evaluations (≈70%) were sought by other specialties for blurry vision, eye pain, migraine/headaches, visual floaters, ´funny feeling in eyes´, rule out papilledema /optic neuritis for pain behind eyeballs,diabetic eye-exam in patients walking in through ERs, majority of the patients without health insurance or ability to pay for services. Conclusions: The results tell that only ≈30% patients really needed ER services. Remaining ≈70% patients abused the services, leading to economic burden, because they did not seek/could not afford regular ophthalmic exams because of financial constrains.Needs major reforms
Christian Hofmann (Frankfurt/Main)
Hintergrund: Die augenärztliche Versorgung von Kindern ist herausfordernd und scheint die von Ärzten und Patienten gewünschte Qualität nicht immer zu erreichen. Methoden: In Frankfurt und einem Radius von 25 Kilometern wurden 166 niedergelassene Augenärzte und 172 niedergelassene Kinderärzte zur anonymen Beantwortung von Fragebögen (Augenärzte 20, Kinderärzte 14 Fragen) aufgefordert. Ergebnisse: 80% der Augenärzte untersuchen Kinder ab 0-3 Jahren. 70% sehen mindestens 10 Kinder pro Woche. 60% führen eine Sehschule und beschäftigen eine Orthoptistin. 79% bevorzugen die Autorefraktion, wobei 58% auch regelmäßig skiaskopieren. Zur Visusbestimmung verfügen 90% über Zahlenoptotypen und Landoltringe, 68% über LEA-Karten und 19% über Teller-Acuity-Cards. 80% überweisen weniger als 5 Kinder pro Monat in eine Augenklinik, wobei 90% innerhalb 12 Wochen einen Termin erhalten. 40% der Augenärzte bewerten die Versorgungsqualität als mindestens ,,gut’’, 66% als mindestens ,,befriedigend’’. 91% der Kinderärzte bestimmen den Visus, davon 96% bei Kindern unter 6 Jahren. 85% verfügen über LEA-Karten, 44% über Kinderbilder. 43% geben an, dass 5-10% der Kinder einen auffälligen Sehtest aufweisen, 38% bei unter 5% und knapp 20% bei über 10% der Kinder. 51% verfügen über einen Autorefraktor. 84% verweisen bei auffälligen Sehtests an einen niedergelassenen Augenarzt. 57% verweisen 5-10 Kinder pro Monat zum Augenarzt, 21% weniger als 5 und 21% mehr als 10 Kinder, wobei 83% innerhalb 12 Wochen einen Termin erhalten. 95% führen einfache Augenbehandlungen selbst durch, 100% bei Konjunktivitis, 94% bei Hagel-/Gerstenkorn. 15% der Kinderärzte bewerten die Versorgungsqualität als mindestens ,,gut’’, 31% als mindestens ,,befriedigend’’ und 52% als ,,mangelhaft’’ oder ,,ungenügend’’. Schlussfolgerungen: Der Großteil der Augenärzte untersucht auch Kleinkinder, ein hoher Anteil betreibt eine Sehschule mit Orthoptistin. Autorefraktion, Zahlenvisus und Landoltringe überwiegen. Skiaskopie und LEA-Test sind ebenfalls verbreitet. Fast alle Kinderärzte bestimmen den Visus, fast die Hälfte auch bei Kleinkindern. Der LEA-Test überwiegt deutlich, jeder 2. Kinderarzt verfügt über einen Autorefraktor. Insgesamt werden wenige Kinder vom Augenarzt in eine Klinik oder vom Kinderarzt zum Augenarzt geschickt, wobei die Wartezeit für reguläre Termine moderat ausfällt. Die Versorgungsqualität wird von Augenärzten eher gut und von Kinderärzten eher schlecht bewertet.
Hermann Krastel (Neckargemünd)
Non-kausale Unfallanamnesen gelten als Hinweise auf Berentungs- oder Entschädigungsbegehren - berechtigter oder weniger berechtigter Art. Nicht ganz selten jedoch besteht die kausale Verknüpfung zwischen Sehstörung und Unfallereignis in umgekehrter Richtung als von den Betroffenen vermutet und geschildert. Wir berichten über Patienten mit Optikusatrophien und Netzhautdystrophien in langsam progredienter Manifestation, deren Sehminderung die Unfallereignisse bewirkte oder begünstigte. Die ursächliche Zuschreibung zum Trauma kann erhebliche diagnostische Umwege bedingen. Die molekulargenetische Diagnostik hat in unseren Beispielen entscheidend zur Klärung beigetragen.
Michael Böhm (Essen)
Fragestellung: Die studentische Lehre im Fach Augenheilkunde erfordert durch den „Masterplan Medizinstudium 2020“ viele Veränderungen. Dies beinhaltet eine Orientierung der Lernziele am Nationalen Lernzielkatalog (NKLM) und die Etablierung von praktischen Prüfungen. Ziel dieser Arbeit war zu prüfen, ob eine strukturierte Vermittlung und Überprüfung kompetenzbasierter Lernziele zu klinisch- praktischen Basistechniken im Rahmen einer OSCE (objective structured clinical examination) - Prüfung mit dem Einsatz von Simulationspatienten (SP) im Fach Augenheilkunde möglich ist. Methodik: Implementierung des Lehrkonzeptes mit drei Lernzielen (NKLM und Vorgaben des Faches Augenheilkunde) und unter Einsatz aktueller medizindidaktischer Methoden (z. B. Peyton). Das Unterrichtskonzept bildet drei Lernziele in 2 Unterrichtseinheiten (insg. 90 Min.) mit Einsatz von SP ab. Dieser klinisch-praktische Unterricht mit aktiverArzt-Patienten-Kommunikation findet im Rahmen des klinischen Untersuchungskurses (1. klin. Semester) statt. Die OSCE-Prüfungsstation ist in die Gesamtprüfung am Semesterende eingebettet und orientierte sich an den Prüfungsvorgaben der Medizinischen Fakultät. Die Evaluation erfolgte unmittelbar nach der OSCE-Prüfung mittels standardisiertem Fragebogen. Erfasst wurden die subjektiven Einschätzungen der Studierenden zu Prüfungsvorbereitung und -durchführung. Ergebnis: Drei übergeordnete praktische Lernziele (Anamneseerhebung, Prüfung des Visus und der Pupillomotorik) wurden auf der Ebene der praktischen Fertigkeiten vermittelt. Das Lernziel „Der Studierende kann eine strukturierte Prüfung der Pupillomotorik demonstrieren“ wurde im Rahmen der OSCE-Prüfung am Semesterende überprüft. An der OSCE-Prüfung nahmen 98,7% (n=77) der Studierenden teil (74% weiblich, 26% männlich). Alle Studierenden erreichten das Lernziel (Mittelwert 26,6 /30 Punkten). Die Prüfungsaufgabe konnte von 77,9% (n=60) „gut“ bewältigt werden. 85,7% (n=66) der Studierenden fühlten sich gut auf die Prüfung vorbereitet. Vom direkten Feedback unmittelbar nach der gezeigten Prüfungsleistungenprofitierten 87% (n=67). Schlussfolgerung: Die Vermittlung von klinisch-praktischen Basisfertigkeiten mittels strukturierter Lehre ist mit SP und gut qualifizierten Dozenten möglich und sinnvoll. Der Einsatz neuer medizindidaktischer Methoden ist wirkungsvoll möglich. Es wird angestrebt weitere klinisch-praktische kompetenzbasierte und prüfbaren Lernziele im Fach Augenheilkunde zu ergänzen und zu etablieren.
Daria Afanasyeva (Moskau)
Hintergrund: Social Media (soziale Medien) einnehmen einen wichtigen Platz zwischen moderne Massenmedien und werden in Marketing benutzt. Ziel dieser Studie ist es, die Aufnahmefähigkeit der Internetbenutzer zu der medizinischen Information in Social Media zu analysieren. Methodik: Die Angaben basieren auf einer repräsentativen Umfrage unter 179 Internetbenutzer, die in der Zeit vom Februar bis zum Marz 2019 durchgeführt wurde. Ergebnisse: Das Alter 68,7% der Befragte war zwischen 25-35 Jahren. 19,6% der Befragte gehören zu der Altersgruppe von 36 bis 45 Jahren. 6,7% der Befragte waren über 45 Jahre und 5% unter 25 Jahre. Der Anteil von Befragte, die folgen die medizinischen Tipps im Internet, liegt bei 73,7%. Dabei weniger einer Halb von aller Befragte folgen die Profile von den Ärzte-Bloggern (44,7%) und Gesundheitseinrichtungen (41,9%). 43,0% von den befragten Internetnutzern lesen die medizinischen Posts in Social Media regelmäßig, und nur 34,9% von den (30,7% aller Befragte) lesen die Posts über Sehen, Augenkrankheiten, Prophylaxis den Verlust des Sehvermögens. Auf die Frage über das Hauptkennzeichnen von der Qualität der Medizinische Information im Internet sind die folgenden Antworten bekommt: für 52,5% ist es die Verweisungen auf die normativen Rechtsakte und anderen Dokumente, für 21,8% — die Verweisungen auf die ausländischen medizinischen Publikationen. Die Autorität des Arzt-bloggers war mit 23,5% gewählt. Nur 1,1% aller Befragte wählten die Nummer der Follower als das Hauptkennzeichnen von der Qualität der medizinischen Information aus. Für 25,7% der Befragte ist die Anzahl der „Likes“ und positiven Kommentare wichtig. Zudem wählen 66,5% der befragten Internetnutzer Einklang der Information mit seiner persönlichen Erfahrung als das Qualitäthauptkennzeichnen aus. Schlussfolgerung: Soziale Medien sind die wichtigsten Kanäle, um Information, insbesondere auch medizinische, weltweit zu verbreiten. Die Menschen folgen die Posts, die auf der Profile der Ärzte-Bloggers und Gesundheitseinrichtungen veröffentlicht sind. Obwohl Augenkrankheiten und Verlust des Sehvermögens allgemein verbreitet sind, stehen diese Themen in der Topliste zurück. Soziale Medien können mehr intensiv verwendet sein, um Menschen über die Ursachen der Augenleiden, ihren Anzeichen, Verlauf und Behandlungsmöglichkeiten zu informieren.

 
zurück