Oskar Fehr Lecture – Ophthalmology through the Cornea: Lessons I have learned

Für seine bahnbrechende Arbeit wird Professor Dr. Mark Mannis, Sacramento/USA, mit der Oskar Fehr Lecture gewürdigt. In seiner Vorlesung legt der bekannte US-Ophthalmologe anhand von Beispielen dar, warum die Hornhaut nicht nur bei vielen Augenerkrankungen als diagnostischer Schlüssel dienen kann. 

Eine klare und unauffällige Hornhaut bildet mit dem Tränenfilm die Voraussetzung für eine weitere ungestörte Bildverarbeitung in den anderen Augenabschnitten und im Gehirn. Erkrankungen der Hornhaut wirken daher in sämtliche ophthalmologische Spezialgebiete hinein. Professor Dr. med. Mark Mannis wird in seinem Vortrag Beispiele vorstellen, die zeigen, wie entsprechende Hornhautveränderungen als wichtiger Hinweis bei einer Reihe von Erkrankungen zu beobachten sind, darunter auch Augenerkrankungen, die in den Bereich der Kinder-Augenheilkunde fallen. 

Auch für Neuro-Ophthalmologen kann die Hornhaut ein aussagekräftiges diagnostisches Hilfsmittel darstellen. Es ist heute bekannt, dass die Hornhautanatomie eine zentrale Rolle bei der Interpretation der Augendruckmessung spielt und daher für Glaukom-Spezialisten von großer Bedeutung ist. Für präzise vitreoretinale Eingriffe ist eine klare Hornhaut unverzichtbar, weswegen Hornhaut-Spezialisten und Retina-Spezialisten bei der Behandlung von Erkrankungen, die sowohl den vorderen als auch den hinteren Augenabschnitt betreffen, Hand in Hand arbeiten. Eine gesunde Augenoberfläche ist für die okuloplastische Chirurgie ebenso unverzichtbar wie die Gesundheit des Hornhautepithels und endothels für erfolgreiche Katarakt-chirurgische Eingriffe. Nicht zuletzt kann die Hornhaut als Schlüssel für die Erkennung und weitere Aufklärung einer Reihe systemischer Erkrankungen dienen. Diese wichtigen Schnittstellen zwischen dem Arbeitsbereich des Hornhaut-Spezialisten und anderen ophthalmologischen Spezialgebieten wird Mark Mannis anhand von Beispielen verdeutlichen.

Professor Dr. med. Mark Mannis ist Ärztlicher Direktor der Universitäts-Augenklinik Davis, Sacramento/Kalifornien, und Ärztlicher Leiter der Sierra Donor Services in Sacramento, Kalifornien. Er zählt zu den bekanntesten und einflussreichsten Ophthalmologen weltweit.

Mark Mannis hat über 200 „peer reviewed“ Publikationen veröffentlicht, die sich vor allem diagnostisch und therapeutisch mit Erkrankungen des vorderen Augenabschnittes beschäftigen. Er ist Verfasser von 16 Editorials und sechs Büchern, darunter des zweibändigen Werks über „CORNEA“, gemeinsam herausgegeben mit Edward Holland. „CORNEA“ wurde als eines der 100 wichtigsten ophthalmologischen Bücher des 20. Jahrhunderts eingestuft. Mannis war Präsident der Cornea Society (2008-2010), Präsident der Pan-American Association of Ophthalmology (1990-1992), Editor-in-Chief der amerikanischen Zeitschrift “CORNEA” (1996-2002) sowie Editor-in-Chief von „Vision Pan-America“ (2002-2012). Er ist Mitglied von 21 nationalen und internationalen Ophthalmologischen Gesellschaften und erhielt 18 Ehrungen und Preise, darunter den Life Achievement Honor Award der American Academy of Ophthalmology, die Doctor honoris causa de la Universidad Nacional Mayor de San Marcos, Peru, den Claes Dollman Award der Cornea Society und den Castrovejo Medal Award, der als die höchste Auszeichnung der amerikanischen Cornea Society gilt.

Ein großes Anliegen war Professor Dr. med. Mark Mannis in den vergangenen zehn Jahren vor allem die Anhebung der ophthalmologischen Versorgungsqualität in Südamerika. Seine diesbezüglichen Verdienste wurden gewürdigt, indem der Academic Senate of the University of California, Davis, ihm den „Distinguished Scholarly Public Service Award” verlieh.

 
engl
Saal Helmholtz 15:00 - 16:15 27.09.2019
Symposien Fr15
Chameleon-like Corneal Disorders – 7th joint symposium of the Cornea Society and the Sektion DOG-Kornea

Die Oskar Fehr Lecture erinnert an den herausragenden deutsch-jüdischen Ophthalmologen Professor Dr. med. Oskar Fehr, dem die Nationalsozialisten ab 1934 den Zutritt zu seiner Augenklinik im Robert-Virchow-Krankenhaus in Berlin verwehrten. Fehr hatte die Klinik, die zuletzt 120 Betten umfasste und damit zu den größten und renommiertesten Einrichtungen in Deutschland zählte, jahrzehntelang als Ärztlicher Direktor geleitet. 1939 emigrierte Fehr mit seiner Familie nach Großbritannien. Professor Oskar Fehr beschrieb als Erster die sogenannte Schwimmbad-Conjunctivitis und unterschied erstmalig zwischen makulärer, granulärer und gittriger Hornhautdystrophie.

zurück